Delegiertenversammlung der IG Metall Betzdorf

Minister Alexander Schweitzer zu Gast

  • 11.03.2022
  • Aktuelles, Delegiertenversammlung, Betriebe

Zur Delegiertenversammlung der IG Metall Betzdorf konnten Uwe Wallbrecher 1. Bevollmächtigter und Bruno Köhler 2. Bevollmächtigter Alexander Schweitzer, Minister für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung des Landes Rheinland Pfalz begrüßen.

Anwesend waren ebenfalls Berno Neuhoff, Bürgermeister der Stadt- und Verbandsgemeinde Wissen, der die Delegierten im Kulturwerk in Wissen sehr herzlich begrüßte. Berno Neuhoff ging auf die Geschichte des Kulturwerks ein. An dieser historischen Stätte waren in der Vergangenheit über tausend Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Stahlindustrie beschäftigt. Der sukzessive Arbeitsplatzabbau bis hin zur Schließung des Stahlwerkes war für die Verbandsgemeinde Wissen ein herber Schlag und prägt auch heute noch die Geschichte des Kulturwerks.  Ein besonderer Gruß galt Bernd Brato, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Betzdorf, der erstmals wieder nach seiner Krankheit an einer Veranstaltung der IG Metall Betzdorf teilnahm. Bernd Brato freute sich in seinem Grußwort, endlich wieder

„live“ bei den Metallern zu sein, die ihn während seiner Krankheit mit einer Video Botschaft unterstützt hatten. „ Ich stehe in eurer Schuld, ganz herzlichen Dank für eure Unterstützung“, so Bernd Brato. „ Gewerkschaft ist und war immer gelebte Solidarität.

 

Thematisiert werden sollten eigentlich aktuelle Themen wie Mindestlohn, Rentenpolitik etc.

Doch der Krieg in der Ukraine machte auch vor der Delegiertenversammlung nicht Halt. „Die IG Metall verurteilt den russischen Einmarsch in die Ukraine auf das Schärfste. Unsere Solidarität gilt den Menschen in der Ukraine. Wir sind in Gedanken bei den Opfern und Betroffenen. Die Zivilbevölkerung muss jetzt die humanitäre Unterstützung bekommen, die sie braucht“, so Uwe Wallbrecher.

 

„ Zur Zeit gerät das für uns Deutsche über Jahrzehnte so Selbstverständliche ins Wanken. Frieden und Wohlstand“. Mit diesen Worten begann Alexander Schweitzer seine Rede. „ Es ist unsere Aufgabe solidarisch zu sein. Wer helfen kann muss helfen“, betonte er im Hinblick auf die betroffenen Menschen und Kriegsflüchtlinge. Die große Spenden- und Hilfsbereitschaft gilt es jetzt zu koordinieren, denn klar sei, die Menschen die zu uns kommen, bleiben nicht nur 14 Tage. Zu groß sind die Zerstörungen in ihrem Land. Daher sollte die Integration jetzt auf der

Agenda stehen. Vor dem Hintergrund der fehlenden Facharbeiter in Deutschland sollte man den Menschen, die arbeiten wollen und entsprechende Qualifikationen aufweisen, eine Chance geben.

Alexander Schweitzer ging auch auf die Pandemie ein. Rheinland-Pfalz sei erfolgreich, was das Impfen angeht und bei den derzeitigen Demonstrationen der Impfgegner handelte es sich nur um einen geringen Teil der Bevölkerung.

Zum Thema Mitbestimmung merkte Schweitzer an, dass es immer noch in sehr vielen Betrieben keine Betriebsräte und Tarifverträge gebe. Gute Jobs gebe es aber nur mit Mitbestimmung. „ Wir brauchen mehr Mitbestimmung, um die anstehenden Transformationsaufgaben zu erledigen“, so Alexander Schweitzer. Ziel muss es auch sein, Innovationen schneller umzusetzen.

Der Krieg, die explodierenden Energiekosten: In manchen Betrieben sind die Auswirkungen nach Ansicht der IG Metall schon zu spüren und zwar im Rahmen von Kurzarbeit.

Und das gerade in einer Zeit, wo jetzt die Betriebsratswahlen anstehen.

Dabei hat die IG Metall noch mit den Auswirkungen von Corona zu kämpfen. Homeoffice, Zoom Konferenzen ersetzen nicht den persönlichen Kontakt mit den Mitgliedern und das spürt die IG Metall auch allgemein an dem Mitgliederrückgang.

„ Es wird endlich Zeit, wieder persönlich mit den Kolleginnen und Kollegen in Kontakt zu treten, sich vor Ort zu zeigen und einzusetzen“, verdeutlichte Uwe Wallbrecher. Die zur Zeit stattfindenden Betriebsratswahlen und die im September anstehende nächste Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie geben dazu hoffentlich in den nächsten Wochen Gelegenheit.